Projekt WirelessAccel
Das IMMS entwickelt eine drahtlose Vibrationsmessung für eine emissionsärmere Betonsteinproduktion.
Emissionsärmere Betonherstellung bei gleicher Produktqualität
Der Klimafußabdruck von Beton als einem der wichtigsten Baustoffe ist enorm. Pro Tonne Zement, dem Bindemittel im Beton, entstehen 587kg CO2-Äquivalentent. Jährlich werden in Deutschland 27,5 Mio. Tonnen Zement verbraucht, weltweit etwa 4,65 Mrd. Tonnen.
Im Projekt WirelessAccel sollen die CO2 Emissionen in der Betonherstellung gesenkt werden, ohne dabei die Produktqualität zu gefährden. Ziel ist ein System, das den Einsatz umweltfreundlicherer Baustoffe wie etwa Recyclingmaterialien und reduzierte Zementmengen erleichtert. Ein Monitoring des Herstellungsprozesses soll dabei weniger Ausschuss hervorrufen und damit den CO2-Ausstoß senken.
System erfasst Vibrationen im Betonsteinfertiger
Das IMMS wird daher ein drahtloses Messsystem zur Erfassung von Vibrationen im gesamten Vibrationsverbund eines Betonsteinfertigers entwickeln. Dieses System soll in der Lage sein, die komplexen und hochdynamischen Vibrationen, die während des Verdichtungsprozesses auftreten, präzise und in Echtzeit zu erfassen und somit die genaue Überwachung und Anpassung der Produktionsparameter zu ermöglichen. Das ist insbesondere bei zementarmen Betonrezepturen oder Recyclingmaterialien von großer Bedeutung.
Zeitsynchrone und energieeffiziente Datenerfassung
Das IMMS erforscht dazu Methoden zur exakten Zeitsynchronisation von bis zu 12 Funksensorknoten. Damit wird eine synchrone Messung an verschiedenen Orten des Betonsteinfertigers ermöglicht. Parallel dazu wird ein energieeffizientes Datenübertragungsprotokoll implementiert, das die erfassten Beschleunigungsdaten mit einer Abtastrate von 2 kHz und einem Messbereich von bis zu 500g zuverlässig und in Echtzeit an ein zentrales Gateway übermittelt. Die Sensorknoten sind dabei so konzipiert, dass sie extrem hohe Beschleunigungen aushalten und gleichzeitig mit minimalem Energieverbrauch betrieben werden können, wodurch eine robuste, langlebige Messinfrastruktur für diesen anspruchsvollen Fertigungsprozess entsteht.
Akronym / Name:
WirelessAccel / Drahtloses Vibrationsmesssystem für eine ressourcenschonende BetonsteinproduktionLaufzeit:2025 – 2028
Anwendung:
Automatisierungstechnik und Industrie 4.0|ProduktionForschungsfeld:Intelligente vernetzte Mess- und Testsysteme
Kontakt
Kontakt
Dr.-Ing. Tino Hutschenreuther
Leiter System Design
tino.hutschenreuther(at)imms.de+49 (0) 3677 874 93 40
Dr. Tino Hutschenreuther beantwortet Ihre Fragen zum Forschungsfeld Intelligente vernetzte Mess- und Testsysteme und den zugehörigen Kernthemen Analyse von verteilten IoT-Systemen, Eingebettete KI, Echtzeit-Datenverarbeitung und -kommunikation, zu den Leitanwendungen Adaptive Edge-KI-Systeme für industrielle Anwendungen und IoT-Systeme für kooperatives Umwelt-Monitoring sowie zum Dienstleistungsangebot für die Entwicklung eingebetteter Systeme.
Förderung
Das Verbundprojekt „Drahtloses Vibrationsmesssystem für eine ressourcenschonende Betonsteinproduktion“ (Wireless Accel) wurde über das Förderprogramm des Freistaats Thüringen zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI) als Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Thüringen Verbund unter der Verbundvorhabensnummer 1004825 gefördert und über die Europäische Union kofinanziert, das Teilvorhaben des IMMS „Hard- und Softwarenentwurf des Sensorknotens sowie Entwicklung des Kommunikationsprotokolls zur Datenübertragung“ unter der Nummer 2025 VFE 0026.


