Insektenfallen wie diese vom Typ McPhail sind Teil eines  Systems zum Monitoring von Olivenfliegen. Foto: Nutesca S.L., Spanien.
Insektenfallen wie diese vom Typ McPhail sind Teil eines Systems zum Monitoring von Olivenfliegen. Foto: Nutesca S.L., Spanien.

ENTOMATIC

Novel automatic and stand-alone integrated pest management tool for remote count and bioacoustic identification of the Olive Fly ─ Bactrocera oleae ─ in the field

Umweltschäden durch Pestizide und Ernteverluste sollen durch ein automatisches Monitoring von Olivenfliegen eingedämmt werden.

In den Olivenplantagen Europas entstehen jährlich ca. 600 Euro pro Hektar Verlust durch Olivenfliegen. Auf den ca. 4,4 Millionen Hektar Olivenhainen der EU vernichten diese Insekten demnach jedes Jahr ca. 2,6 Milliarden Euro. Das entspricht ca. 30% aller mediterranen Olivenkulturen, gebietsweise werden diese nahezu vollständig zerstört.

Weibliche Bactrocera oleae legen bis zu 400 Eier in mehreren Oliven ab und leben bei optimalen Temperaturen ein halbes Jahr. Bekämpft werden sie mit Bodenködern und Pestizid-Sprays für jährlich etwa 5 Mrd. € in der EU. Bauernverbände schätzen, dass Pestizide um mehr als 30% überdosiert werden. Bauern setzen präventiv mehr Schädlingsbekämpfungsmittel ein, um ihre Ernte zu schützen, was eine unnötige Belastung durch Pestizide für die Ernte und die Umwelt bedeutet.

Die Ursache hierfür ist, dass der Fliegenbefall bisher stichprobenweise erhoben wird, indem Fliegenfallen durch sehr viel Personal in den Olivenhainen in z.T. unwegsamem Gelände verteilt und pro Falle regelmäßig Fliegen manuell ausgezählt werden, um kritische Häufungen zu ermitteln.

Im Projekt ENTOMATIC wurde daher ein neuartiges automatisches Monitoringsystem entwickelt. Es soll künftig helfen, kritische Konzentrationen von Bactrocera oleae in Olivenplantagen schnell und sicher zu ermitteln. Hierzu werden die bisher in Südeuropa am weitesten verbreiteten herkömmlichen Fallen vom Typ McPhail mit einer Sensorik ausgestattet, die die Fliegen zuverlässig erkennt und zählt. So lassen sich für jeden Olivenhain optimale Zeiten und Mengen für Pestizide ermitteln, um Schädlinge zu bekämpfen.

Das IMMS hat für die Elektronikkomponenten mit opto-elektronischem Sensorsystem für das Zählen der Olivenfruchtfliegen, Vernetzung der Fallen und Gateway sowie für die Umweltsensorik spezielle Gehäuse entwickelt, die McPhail entsprechend modifiziert und die Systemintegration der elektronischen Komponenten des Prototyps realisiert.

Das IMMS hat Beiträge für die Entwicklung und Fertigung der Sensorelektronik und der Elektronikkomponenten für die drahtlose Vernetzung der Fallen und des Mobilfunkgateways geliefert. Für die seit April 2017 laufenden Feldtests wurden durch das IMMS 25 ENTOMATIC-McPhails hergestellt und vormontiert.

Projektseite

  • Förderung

    Das Projekt ENTOMATIC wird unter dem Förderkennzeichen FP7-SME-2013-605073 im Rahmen des 7. Forschungsprogrammes „Forschungsaktivitäten von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung“ durch die Europäische Union gefördert.

Laufzeit

2014 – 2017