Am IMMS entwickeltes Audiodosimeter zur Lärmprävention. Foto: IMMS.
Am IMMS entwickeltes Audiodosimeter zur Lärmprävention. Foto: IMMS.

Personalisiertes Miniaturisiertes Dosimeter

Mit dem Personalisierten Miniaturisierten Dosimeter (PMD) ist eine genaue und schnelle Quantifikation der individuellen Reizbelastung (binaurale Lärmmessung in situ) sowie der Reizbeanspruchung (Otoakustische Emissionen – OAE) am Ohr möglich.

Somit steht ein Instrument für die Prävention lärmbedingter Hörschäden zur Verfügung, das wesentliche Vorteile gegenüber dem jetzigen Stand der Technik erzielt.

  • Funktionen für die Lärmprävention

    • Mit dem PMD gelingt unabhängig von Individualitäten bzw. Variationen des Gehörgangs eine Bestimmung der Lärmexposition getrennt für das linke und rechte Ohr.
    • Lärmpegel sind vor und hinter dem Gehörschutz (Otoplastik mit Dämpfer) über die Zeit als Dosis erfassbar.
    • Mit dem PMD kann eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung entsprechend der LärmVibrationsArbSchV (§4) realisiert werden.
    • Weiterhin kann eine personenbezogene Risikobewertung durchgeführt werden sowie eine auf Messdaten (Exposition, Auslösewerten) basierte Auswahl und Kontrolle des Gehörschutzes erfolgen.
    • Bisher existiert noch kein Messverfahren, um die Vulnerabilität des Innenohrs vor Beginn einer länger anhaltenden Lärmexposition zu erfassen.
    • Potenzial besteht darin, Individuen zu identifizieren, die in der Tagesdosis (LEX, 8 h) auch unterhalb von 85 dB(A) und trotz entsprechender Verordnungen Schaden nehmen würden.
    • Mit der Fertigstellung der Prototypen werden die Geräte zur betrieblichen Umsetzung der LärmVibrationsArbSchV eingesetzt. Dort ist nach §3 eine Gefährdungsbeurteilung der Beschäftigten vorzunehmen, die nach §4 durch Messungen nach dem Stand der Technik durchgeführt wird.
  • Anwender und Entwicklungspartner

    • Berufsgenossenschaften zur Lärmprävention
    • Medizinische Einrichtungen
    • Anwendungen mit Gehörschutz und der Möglichkeit Komfort- und/oder Sicherheitshinweise "einzuspielen"
    • Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN), Präventive Biomechanik, Zentrum für Bewegungstherapie
    • Technische Universität Ilmenau, Institut für Mikrosystemtechnik, Mechatronik und Mechanik, Fakultät für Maschinenbau
    • Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH
  • Features

    • Messung von: Momentanpegel (im Ohr und außerhalb), äquivalenter Dauerschallpegel, OAE
    • Profileinstellung für Probanden, angepasste Otoplastik
    • Max. Audio-Samplerate 96 kHz
    • Max. Audio-Bitbreite 24 Bit
    • Integrierter Signalgenerator (Sinus, Lin./Log. Sweep, Rauschen)
    • Signalwiedergabe aus Rohdaten-Audio-Dateien
    • A-Bewertung und C-Bewertung der Messgrößen
    • Rohwertaufzeichnung
    • OLED-Farbdisplay QVGA (240 x 320)
    • ThumbWheel
    • Mini-USB, SD/SDHC bis max. 32 GB
    • Bluetooth 2.0 EDR (ungetestet)
    • Interne Schnittstellen für die Entwicklung: RS232, 10/100Base-T
    • Ladeadapter 4,5 V, max. Ladedauer 8 h
    • Akku-Kapazität 5100 mAh, max. Laufzeit 10 h
    • Maße Frontend 120 mm x 80 mm x 27 mm
  • Stand der Entwicklung

    • Das Gerät liegt derzeit als Prototyp vor.
    • Das Gerät PMD2 wurde in die Medizingeräteklasse: „Klasse IIa“ eingeordnet.
    • Das Gerät ist nicht zertifiziert.
    • Von der TU Ilmenau wurden in Zusammenarbeit mit der BGN umfangreiche Messungen an lärmbelasteten Arbeitsplätzen durchgeführt.