Das IMMS hat für die Uni Leipzig einen Prototyp (re) für die automatisierte Geschlechtsdiagnose im Brutei entwickelt. Fotos: Einspanier/Weißmann; IMMS.
Das IMMS hat für die Uni Leipzig einen Prototyp (re) für die automatisierte Geschlechtsdiagnose im Brutei entwickelt. Fotos: Einspanier/Weißmann; IMMS.

Kundenmeinungen

Prof. Dr. Almuth Einspanier

„Seit 2011 forschen wir an einem Verfahren, mit dem man per Hormonanalyse zuverlässig das Geschlecht eines Hühnerkükens vor dem Schlupf bestimmen kann. Wir arbeiten mit Herzblut an diesem Thema, denn unser Ziel ist es, eine praxis­taugliche Lösung zu finden, die dem Töten männlicher Küken in Legehennenbetrieben ein Ende bereitet.

Um unser endokrinologisches Verfahren zu validieren, haben wir bereits 2013 mehr als 10.000 Eier manuell beprobt. Dazu wurde jedes einzelne Ei mit einem Gerät manuell punktiert, um Proben für unsere Untersuchungen zu entnehmen. Damit konnten wir eine 98%ige Prognose-Genauigkeit am neunten Bruttag erzielen. Bereits am Anfang dieser Untersuchungen war klar, dass sowohl die mechanische Punktion als auch die Arbeitsgeschwindigkeit die großen Hürden für eine Praxis­tauglichkeit darstellen werden.

Mit dem IMMS haben wir einen Partner gefunden, der mit uns die prinzipielle Durchführbarkeit einer maschinellen sowie für mehrere Eier gleichzeitigen Probenentnahme untersucht hat. Im Ergebnis entstand ein Prototyp, bei dem unsere Erfahrungen aus den manuellen Untersuchungen in ein Maschinenkonzept eingeflossen sind. Das Gerät übernimmt nach dem Einlegen einer Horde mit 75 Eiern parallel für fünf Eier die Punktion, Probenentnahme und Probenabgabe in eine Mikrotiterplatte. Nach 15 Zyklen ist die Titerplatte gefüllt und kann für die hormonelle Untersuchung verwendet werden. Der Prototyp wurde in Versuchen erfolgreich erprobt und erzielte ein sehr erfreuliches Ergebnis: Mehr als 2.000 Eier wurden beprobt, dabei betrug die Schlupfrate 86,5&, der Beprobungserfolg 89,5& und die endokrine Diagnose 95&.

Wir waren mit diesem Ergebnis sehr zufrieden, wozu auch die Art der Zusammenarbeit beigetragen hat, die sich stets positiv gestaltet hat. Von Beginn an gab es einen regelmäßigen Informations- und Wissensaustausch, bei dem die Mitarbeiter des IMMS in das Wissen, die Sprache und die Prinzipien unserer Disziplin eingetaucht sind. Auf unsere neuen Erkenntnisse im Projektverlauf hat das IMMS stets flexibel reagiert und Lösungen überarbeitet. Für die überaus konstruktive Kooperation möchten wir uns herzlich beim IMMS bedanken.

Nach diesem ersten und entscheidenden Schritt für eine automatisierte Lösung haben wir die Ergebnisse und Erfahrungen bereits erfolgreich in Weiterentwicklungen mit einem Spezialisten für Brüterei-Equipment einfließen lassen.“

Prof. Dr. med. vet. Almuth Einspanier, Institutsleiterin des Veterinär-Physiologisch-Chemischen Instituts (Arbeitsgruppe Endokrinologie) der Universität Leipzig. Foto: SELEGGT GmbH.

physchem.vetmed.uni-leipzig.de