Hans-Joachim Kelm, kaufmännischer Geschäftsführer des IMMS, zum sMobiliTy-Projektstart. Foto: IMMS.
Hans-Joachim Kelm, kaufmännischer Geschäftsführer des IMMS, zum sMobiliTy-Projektstart. Foto: IMMS.

Elektromobilität soll Realität werden

Projektkonsortium "sMobiliTy" erhält Förderzusage vom Bundeswirtschaftsministerium

Ilmenau, 10.10.2012. Das Konsortium "Smart Mobility in Thüringen" gewinnt im Technologiewettbewerb "IKT für Elektromobilität II" des Bundeswirtschaftsministeriums. Damit verbunden ist eine Förderzusage  in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre. Im Rahmen des öffentlichen Projektstarts am 10. Oktober präsentierte das vorwiegend aus Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen bestehende Konsortium seine Ideen, um dem Ziel der Bundesregierung von eine Million Elektrofahrzeugen bis 2020 ein Stück näher zu kommen.

"Um morgen im Alltagsleben elektromobil sein zu können, müssen wir heute die erforderliche Infrastruktur schaffen" so Frank Schnellhardt von der INNOMAN GmbH, Ilmenau, als Konsortialführer zum Projekt. "Dazu wollen wir keine neuen Autos, Stromnetze oder Verkehrssteuerungen entwickeln, sondern dafür sorgen, dass Fahrer, Fahrzeug, Fahrbahn und Energienetz "miteinander reden" können".

Durch kürzere Reichweiten und längere "Strom-Tankzeiten" von Elektrofahrzeugen ist es für den Fahrer wesentlich wichtiger, zu wissen ob beispielsweise auf der Route mit Verkehrsbehinderungen wie Stau zu rechnen ist, wann der Strom zum Tanken preiswert ist oder ob das Reiseziel auch tatsächlich erreicht  werden kann. Diese Fragen erfordern eine Kommunikation zwischen unterschiedlichen technischen Systemen wie dem Fahrzeug und dem städtischen Verkehrsmanagement oder dem Fahrzeug und dem Energienetz.

In zwei Demonstrationsvorhaben in Thüringen soll eine durch das Konsortium neu zu entwickelnde IT-Systemplattform getestet werden. Zunächst sind dafür zwei Dienstleistungen für elektromobile Fahrzeughalter geplant: Zum einen ermöglicht die Übermittlung der aktuellen lokalen Verkehrslage für Erfurt dem Fahrer ein reisezeit- und reichweitenoptimierendes Navigieren durch die Stadt.

Zum anderen ist für alle Teilnehmer  ein "lastvariabler Fahrstromtarif" vorgesehen. Die Fahrzeugbesitzer tanken dann Strom zu vergünstigten Preisen, wenn sie dem Energieversorger erlauben, das Auto in Zeiten besonders hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien zu laden.

Das Projektvolumen von knapp 10 Millionen Euro setzt sich aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und dem Eigenanteil der Projektpartner zusammen. Damit entstehen in den kommenden drei Jahren erhebliche Entwicklungs- und Erprobungskapazitäten für eine cloud-basierte System- und Serviceplattform für Elektromobilität.

Das unternehmensgeführte Konsortium wurde 2011 von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA), die bei der LEG Thüringen angesiedelt ist, initiiert.

Hintergrundinformationen:

Grundidee des Projektes "Smart Mobility in Thüringen" ist die Entwicklung einer Cloud-basierten System- und Serviceplattform für Elektromobilität mit dem Ziel, bestehende technische Systeme und Lösungen intelligent miteinander zu vernetzen sowie technische und wirtschaftliche Services für eMobility zu erbringen.
Die erstmalige Realisierung einer IKT- Plattformkonzeption, welche bestehende Systeme lösungsneutral miteinander verbindet, wird im Rahmen des Vorhabens durch die beispielhafte Entwicklung neuartiger Applikationen (Funktion und Dienste) für die Bereiche Smart Grid und Smart Traffic verifiziert und in folgenden Modellszenarien erprobt: 

1.    sMobiliTy City Erfurt 
Aufbau einer intelligenten, vernetzten Verkehrsinfrastruktur unter Integration des Verkehrsmanagements im gesamten Erfurter Stadtgebiet sowie Beeinflussung (Steuerung) der Routenwahl über ein verkehrslagebasiertes Navigationssystems mit Reisezeit- und Reichweitenoptimierung sowie eine SmartPhone-Applikation zur individuellen ortsaufgelösten Verkehrsinformation unter Nutzung lokaler Verkehrsdaten.
 
2.    sMobiliTy Power Management

Realisierung eines gesteuerten Ladens von Elektrofahrzeugen über lastvariable Fahrstromangebote mittels intelligenter AutoStromBoxen unter erstmaliger Nutzung der in der Netzsteuerung etablierten Funkrundsteuertechnik. Im geplanten Feldversuch werden mit mindestens 200 Beteiligten und innerhalb eines Referenz-Ortsnetzes mit mindestens 10% der Anschlüsse (Netzrelevanz) Fahrstromverträge realisiert. 

Projektpartner:

ACX GmbH • Bauhaus-Universität Weimar • envia Mitteldeutsche Energie AG • EPSa GmbH • Fraunhofer IOSB / AST• HKW Elektronik GmbH • IMMS GmbH • INNOMAN GmbH • Landeshauptstadt Erfurt • the agent factory GmbH

Kontakt:

Frank Schnellhardt
Konsortialführer "sMobiliTy"
INNOMAN GmbH

Am Vogelherd 50
98693 Ilmenau
Telefon: 03677 - 46848-9
schnellhardt@innoman.de

Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter dem Förderkennzeichen 01ME12076 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.