Wir verbinden die IT mit der realen Welt. Foto: IMMS.
Wir verbinden die IT mit der realen Welt. Foto: IMMS.

20 Jahre IMMS

Am 13. September 2016 feierten rund 300 Teilnehmer aus Industrie, Forschung, Bildung, Netzwerken und Clustern, Politik und Medien „20 Jahre IMMS“ mit Kolloquium und Festakt im Helmholtz-Hörsaal der TU Ilmenau sowie mit Expo, Führungen und Networking am IMMS, darunter 26 Redner, 13 Aussteller, 41 Studenten, 60 Schüler und 56 Teilnehmer in vier Führungen.
  • Was vom Tag bleibt …

    Nach einer Einstimmung auf das Thema Digitalisierung durch Dr. Johannes Eisenmenger, Carl Zeiss SMT GmbH, im Vormittagskolloquium „Wir verbinden die IT mit der realen Welt“ konnten die Zuhörer in vier Fachvorträgen in ausgewählte aktuelle Forschungsthemen des IMMS eintauchen. Vom Entwurf komplexer mikroelektromechanischer Systeme, der Vorort-Diagnostik mit Mikroelektronik über die Zuverlässigkeit und Qualität integrierter Sensorschaltkreise bis hin zur Lecksuche in industriellen Prozessen mittels Ultraschall machten die Redner von X-FAB, Senova, Melexis und SONOTEC in Tandem-Vorträgen mit ihren Forscherkollegen vom IMMS greifbar, wie gemeinsam physikalische und technologische Grenzen ausgelotet und Brücken von den Grundlagen zu neuen Anwendungen gebaut werden.

    Nach den Grußworten von TU-Rektor Prof. Dr. Peter Scharff, IMMS-Mitbegründerin Prof. Dr. Dagmar Schipanski und Oberbürgermeister Gerd-Michael-Seeber zum Festakt am Nachmittag schlüpfte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee nach seiner Festrede in eine smarte Jacke. Die darin eingestrickten elektronisch leitfähigen Fäden bilden mit der am IMMS entwickelten waschbaren Elektronik den Prototyp einer textilen Fernbedienung, die der Industriepartner inzwischen unter dem Namen Knitty-fi zum Patent angemeldet hat. Dr. Gottfried Betz, Geschäftsführer der Strickmanufaktur Zella, will diese Lösung mit dem IMMS zur Serienreife weiterentwickeln. Doch vorher erprobte Minister Tiefensee die Jacke und steuerte mit den integrierten, drahtlos kommunizierenden Schaltern zum Auftakt der Live-Demo eine Modelleisenbahn auf ihrer Fahrt zu drei Haltestationen. Dort entnahm er den Wagons drei miniaturisierte Entwicklungen des IMMS aus den Bereichen Industrie 4.0, Biosensorik und Internet der Dinge (IoT) und ließ sich von Prof. Dr. Ralf Sommer (IMMS) die Highlights dazu erläutern.

    Gleich im Anschluss stellten neun Partner im Fünfminutentakt gemeinsame Entwicklungen mit dem IMMS vor, darunter viele bereits marktreife Lösungen bzw. solche, die in der Praxis bereits erfolgreich ihren Dienst tun. Steffen Quasebarth, Moderator des MDR Thüringen-Journals, führte durch den Nachmittag und ließ sich in Gesprächen mit den Referenten innovative Entwicklungen erläutern, die in rascher Folge auf den Geburtstagstisch kamen: ein Augenimplantat zur Behandlung von Blindheit, das planare Positioniersystem eines Nano-3D-Druckers für biologische Implantate, eine intelligente Stromzange für den Check von Industrieanlagen, drahtlose Sensornetzwerke für die Umweltforschung und ein USB-Programmer-Toolkit als hocheffizientes Testgerät für die Chipproduktion. Die Exponate wurden von den Partnern in Aktion vorgeführt und mit Großprojektionen von Live-Bildern und kurzen Filmsequenzen in ihrer Anwendung präsentiert.

    Zu diesen und anderen Exponaten, wie z.B. zur Reichweitenoptimierung von Elektroautos im städtischen Verkehrsraum, zur quantitativen Krebsfrüherkennung, dem Ultraschallmessgerät für die vorbeugende Instandhaltung, dem Terahertz-Scanner für Sicherheits-Checks, den Hochpräzisionsantrieben und zahlreichen anderen Entwicklungen kamen die Gäste zur Expo und zu den Führungen am IMMS sowie am Kompetenzzentrum Nanopositionier- und Nanomessmaschinen zusammen. Im anschließenden Networking in den Räumen des IMMS wurden in lebhaften Gesprächen Fragen erörtert, Ideen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft.

    Während des Festakts machte Prof. Dr. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover a.D., in seinem Impulsvortrag „Wettlauf mit der Komplexität“ deutlich, wie man zu hochkomplexen Lösungen kommt und worin die Bedeutung anwendungsorientierter Vorlaufforschung liegt. An der Entwicklung der elektronischen Entwurfsautomatisierung in der Mikroelektronik zeigte er sehr anschaulich die Notwendigkeit auf, diese Erfolgsgeschichte auf andere Systeme wie die Mikromechanik zu übertragen, wie es u.a. in den Forschungen des IMMS verfolgt wird. Er unterstrich, dass der Schlüssel zum Erfolg für komplexe intelligente Digitalisierungslösungen und damit für einen Vorsprung im Wettbewerb im Entwurf liegt.

    Tiefensee würdigte in seiner frei gehaltenen Festrede genau solche Leistungen. Um diese Wege für die Thüringer Industriebetriebe zu erschließen, wurde das IMMS vor 20 Jahren als landeseigenes Institut des Freistaats gegründet und ermöglicht seitdem der mittelständischen Thüringer Wirtschaft den Zugriff auf neueste Forschungsergebnisse aus Mikroelektronik und Mechatronik, IT und Systemtechnik. Insgesamt hat das Land im Zeitraum 1996 bis 2016 mehr als 37 Millionen Euro für das Institut bereitgestellt. Tiefensee bescheinigte dem IMMS, dass es gut aufgestellt ist, um die Thüringer Unternehmen bei Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Life Sciences zu unterstützen. Der Freistaat werde die Arbeit des IMMS daher auch künftig positiv begleiten.

    Was vom Tag bleibt, sind viele Aha-Erlebnisse zu überraschenden Lösungen, der Präsentation zum höchsten Stand der Technik in Forschung und Entwicklung, zur Bandbreite der Arbeiten und Kooperationen, zum synergetischen Ineinandergreifen der Themen sowie zur erlebbar gewordenen „DNA“ des IMMS, was sich an den zahlreichen positive Rückmeldungen von Gästen ablesen lässt. Es gab viele interessante und produktive Gespräche mit neuen Ideen und Input für künftige Projekte, neue Kontakte und viele Querverbindungen wurden geschaltet– wir, das IMMS, haben uns insbesondere darüber gefreut, dass die Schüler und Studenten den Dialog mit unseren Partnern gesucht haben. Was bleibt, sind nicht nur ein Fernseh- und ein Hörfunkbeitrag, 15 Berichte in der Regional- und Fachpresse sowie 12 Beiträge auf weiteren Websites, zahlreiche Reaktionen durch Partner in den sozialen Medien und die höchste Zugriffsrate seit des Relaunches der IMMS-Website. Was bleibt, sind auch die Dokumentationen. In Filmbeiträgen können Vorträge, Redebeiträge und Eindrücke vom Tag abgerufen werden. Für die Videos hat das IMMS einen YouTube-Kanal eingerichtet, die Dateien auf www.imms.de eingebettet und dazu Textbeiträge, Fotos und passende Projektinhalte verknüpft.

    All das wurde nur möglich durch das Engagement unserer Kollegen bei den Partnerunternehmen. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, allen Partnern und Akteuren herzlich zu danken, die zu der gelungenen Veranstaltung beigetragen haben. Darüber hinaus danken wir den Firmen, die mit ihren Spenden einen Beitrag zu unseren gemeinnützigen Aktivitäten in der Nachwuchsförderung geleistet haben. Für die kompetente Unterstützung bei den Videostreamings und -aufnahmen bedanken wir uns herzlich bei der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. an der TU- Ilmenau.

  • Videobeiträge

    „20 Jahre IMMS am 13.09.2016 – der Tag in vier Minuten” (04:08). Eindrücke von Kolloquium, Festakt, Live-Demos, Expo und Führungen. Quelle: IMMS.

    „Zuverlässigkeit und Qualität integrierter Sensorschaltkreise und -systeme” (26:08). Christian Paintz, Melexis GmbH / Dr. Klaus Förster, IMMS. Quelle: IMMS.

    Grußworte zum Festakt: „Wir verbinden Wissenschaft und Wirtschaft” (27:46). Prof. Dr. Peter Scharff, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Gerd-Michael Seeber. Quelle: IMMS.

    Impulsvortrag: „Wettlauf mit der Komplexität” (27:20). Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover a.D.. Quelle: IMMS.

    Festrede zu „20 Jahre IMMS” (07:32). Wolfgang Tiefensee, Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft. Quelle: IMMS.

    „Es läuft – Anwendungen in Aktion” (01:12:43). Partner des IMMS präsentieren im Fünfminutentakt gemeinsame Entwicklungen. Quelle: IMMS.

  • Bildgalerie

  • Pressemeldungen

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